Edelmetalle kaufen
Es gibt diverse Möglichkeiten, Edelmetalle zu kaufen.
Wenn der Gold- oder Silberbesitz nicht nur zur Spekulation, sondern auch zur Vermögenssicherung dienen soll, dann sind vorallem folgende zwei Punkte zu beachten:
- Stellen Sie sicher, dass Sie tatsächlich physisch vorhandenes Edelmetall und nicht nur ein Stück Papier besitzen.
- Je direkter Sie auf Ihr Edelmetall zugreifen können, desto besser.
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Physischer Edelmetall-Kauf
Physisch vorhandene Edelmetalle können im Gegensatz zu Papieren (Aktien, Papiergeld, auch Edelmetall-Zertifikate etc.) nie komplett an Wert verlieren. Physisches Gold und Silber sind zudem seit Jahrtausenden und überall akzeptiertes Geld.
Da nur zu Hause ein ungehinderter Zugriff während 24h am Tag möglich ist, sollte hier auch ein guter Teil gelagert werden.
Ein Bankschliessfach ist eine gute Möglichkeit, praktisch und sicher gegen Einbrüche & Feuer, aber hat bereits den Nachteil, von der Bank und deren Öffnungszeiten abhängig zu sein. Zudem können Banken natürlich auch dicht machen. (Ausser sie sind "to big to fail"...).
Vor Einbruch und Feuer schützt zu Hause aber auch ein Tresor. Je nach Vermögenswert, empfiehlt sich eine Anpassung der Hausratversicherung.
Der Erwerb von Gold- und Silberbarren oder Münzen bei Banken ist meist schwierig. Da die Lagerung und physische Auslieferung die Banken viel kostet und die Margen niedrig sind, verweisen viele Institute auf spezialisierte Edelmetallhändler. Nebst einem Ladenlokal haben viele Händler heutzutage auch einen Online-Shop. Wer grössten Wert auf Anonymität legt, kauft am besten persönlich im Ladenlokal.
Lesen Sie dazu unseren Kauf-Ratgeber
Edelmetall-ETF (Exchange Traded Funds)
ETF sind Anteile an einer bestimmten Menge von physisch hinterlegtem Edelmetall. ETF sind ideal für grössere Anlagevolumen, da das Lagerproblem entfällt und keine direkte Auslieferung stattfindet. Zudem sind sie täglich an der Börse handelbar und eignen sich somit auch zur Spekulation.
Zur reinen Vermögenssicherung in einem Krisenfall sind sie weniger gut geeignet als der physische Kauf mit Heimaufbewahrung, da ein unmittelbarer Zugriff nicht möglich ist und je nachdem auch politische Faktoren mitspielen könnten.
Zudem gibt es einzelne Banken mit einer Klausel, dass sie rechtlich nicht immer zur Auslieferung des physischen Edelmetalls verpflichtet sind – zum Beispiel beim Ausbruch einer Krise, in der sich sehr viele Investoren gleichzeitig ihre Edelmetalle ausliefern lassen wollen.
Wenn die Auslieferung klappt, gibt es dennoch einen weiteren Knackpunkt; Die Lieferung erfolgt meist in Standardbarren zu 12,5 kg. Bei Gold müsste also schon eine hoher sechstelliger Frankenbetrag angelegt sein, damit ein einzelner Barren ausgeliefert werden kann.
Bei Silber können aufgrund des tieferen Kilo-Preises schon für kleinere Geldmengen Silberbarren ausgeliefert werden. Allerdings dürften die dafür grössere Masse und somit der Abtransport der Barren das grosse Problem darstellen.
Einzelne Banken bieten die Auslieferung auch in kleineren Stückelungen an, allerdings gegen entsprechend höhere Gebühren.
Einen weitere Unsicherheit bei ETF ist das Vertrauen in die Finanzhäuser, ob das physisch erworbene Edelmetall tatsächlich in vollem Umfang eingelagert und verfügbar ist. Dies ist persönlich kaum nachzuprüfen. Einige Anbieter veröffentlichen deshalb Listen mit Barrennummern, die vollkommene Sicherheit gibt das aber natürlich auch nicht.
Bemerkenswert ist in dem Zusammenhang übrigens die Geschichte von Morgan Stanley, welche Ihren Kunden angeblich Lagergebühren für einen Silber-ETF berechneten, obwohl das Silber physisch offenbar gar nicht vorhanden war.
Und nicht zuletzt ist es natürlich auch so, dass die Banken die Lagerung nicht kostenlos übernehmen; Es fallen je nach Haus kleinere oder grössere Verwaltungsgebühren an.
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass Edelmetall-ETF eine sehr praktische Möglichkeit sind, um physisches Gold und Silber zu besitzen. Aber sie haben auch ein paar Nachteile und Unsicherheiten.
Weltweit gibt es viele ETF-Anbieter für Edelmetalle. Allerdings sind lediglich in der Schweiz ETF zugelassen, welche nur einen einzigen Basiswert (also ausschliesslich physisches Gold oder Silber) haben. Die Schweizer Banken haben hier somit einen Wettbewerbsvorteil.
Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hatte als erste Bank in der Schweiz Edelmetall-ETF im Angebot. Diese werden auch an der Schweizer Börse gehandelt. Mittlerweile haben ebenfalls die Bank Julius Bär, die Credit Suisse sowie die UBS ähnliche Edelmetall-ETF lanciert.
Nachfolgend eine Übersicht der Schweizer Gold-ETF (Stand 2010):
ZKB Gold-ETF
| Basiswert |
: |
12,5kg Goldbarren |
| 1 Anteil |
: |
ca. 100g Gold |
| Referenzwährungen |
: |
CHF, EUR, USD, GBP |
| Auslieferung |
: |
Standardbarren à 12,5 kg |
| Fondskosten TER |
: |
0.40% p.A. |
| Besonderes |
: |
1. Platz, Feri Award 2009 |
| Link |
: |
ZKB Gold-ETF |
| andere Edelmetall-ETF |
: |
Silber, Platin, Palladium |
Julius Bär Gold-ETF
| Basiswert |
: |
12,5kg Goldbarren |
| 1 Anteil |
: |
ca. 1 Oz Gold |
| Referenzwährungen |
: |
CHF, EUR, USD, GBP |
| Auslieferung |
: |
Standardbarren à 12,5 kg, weitere nur auf Antrag und bei Verfügbarkeit |
| Fondskosten TER |
: |
0.40 - 0.45% p.A. |
| Besonderes |
: |
Das Recht auf Sachauszahlung gilt vorbehaltlich «währungspolitischer oder sonstiger behördlicher Massnahmen» |
| Link |
: |
Bank Julius Bär (keine Detailangaben zum ETF) |
| andere Edelmetall-ETF |
: |
Silber, Platin, Palladium |
Credit Suisse Gold-ETF
| Basiswert |
: |
12,5kg Goldbarren |
| 1 Anteil |
: |
ca. 1/10 Unze |
| Referenzwährungen |
: |
CHF, EUR, USD |
| Auslieferung |
: |
Mindestgegenwert CHF 200'000.-' |
| Fondskosten TER |
: |
0.35 - 0.45% p.A. |
| Besonderes |
: |
keine physische Sachauslieferung, Gutschrift auf ein Konto |
| Link |
: |
CS ETF II (CH) on Gold - hedged CHF |
| andere Edelmetall-ETF |
: |
- |
UBS Gold-ETF
Edelmetallkonten mit physischer Lagerung
Das Prinzip ist dasselbe wie bei einem ETF einer Bank. Ein Unternehmen kauft im Auftrag seiner Kunden physische Gold- und/oder Silberbarren und verwahrt diese an sicherer Stätte.
Das
Konzept steht und fällt mit der Glaubwürdigkeit des Unternehmens. Gegenüber dem direkten physischen Besitz, ist hierbei wieder die Problematik vorhanden, dass nicht unmittelbar auf das eigene Vermögen zugegriffen werden kann.
Eine bekannte
Firma dieser Art ist
Goldmoney
. Das von James Turk gegründete und auf Jersey (British Channel Islands) beheimatete Unternehmen bietet Edelmetallkonten mit physischer Lagerung in London, Zürich und Hong Kong.
Da Kontoinhaber untereinander auch direkt Zahlungen in Gold- und Silber vornehmen können, ist GoldMoney aber zugleich auch eine digitale Goldwährung. In Zukunft wird in Online-Shops nebst den üblichen Kreditkarten, sowie PayPal etc. vielleicht auch direkt per GoldMoney bezahlt werden können.
Durch die mehrfache Absicherung mit Patenten, Versicherungen und regelmässiger Beglaubigung, scheint dies auch eine relativ sichere Anlagemöglichkeit zu sein. Die monatlichen Lager- & Verwaltungskosten sind aber relativ hoch. Via Internet können 24h am Tag Überweisungen und Rückzüge getätigt werden.
Aktien von Minenunternehmen
Statt direkt, kann natürlich auch indirekt via Aktien von Minenunternehmen in Edelmetalle investiert werden.
Wie alle Aktien, können diese aber auch völlig wertlos werden, wenn die dahinterstehende Firma Konkurs geht.
Minenaktien eignen sich daher nicht als Vermögenssicherung sondern zur Spekulation.
Zertifikate, Schuldverschreibungen, Metallkonten etc.
Dann gibt es noch die sogenannten Papieranlagen. Hierbei erwerben Sie nicht Edelmetalle, sondern ein Stück Papier, welches dem Kurs der Edelmetalle folgt. Im Krisenfall aber, wird sich Ihr Guthaben in nichts auflösen.
Besondere Vorsicht ist bei Metallkonten geboten; Der Name deutet auf ein Konto mit Edelmetall hin, jedoch ist dies in der Regel nur ein Konto, dessen Guthaben zu spekulationszwecken dem Edelmetallkurs folgt. Eine physische Hinterlegung findet nicht statt - und somit natürlich auch keine Absicherung mit Gold oder Silber.
Seien Sie also auf der Hut - vergewissern Sie sich bei Ihren Käufen, dass Sie nicht nur bedrucktes Papier besitzen!